Bitzius-Schulhaus, Bern

Beteiligte(r) Künstler Mercurius Weisenstein, Urs Gehbauer
Titel Pausenzeichen
Material Technische Installationen in den Schulhausgängen
Standort Bitzius-Schulhaus, Bitziusstr. 15, Bern
Anlass Umbau / Renovierung 1998 - 2000
Produktionsjahr 1998 - Ende 2000
Auswahlverfahren Eingeladener Wettbewerb der Stadt Bern

BESCHRIEB
























Schema für die Lautsprecherpositionen im Gebäude

1. Ausgangslage

Die im Gestaltungsperimeter ausgewiesenen Orte für künstlerische Interventionen lassen wenig Spielraum. Gerade diese Beschränkung und das Bedürfnis sie zu überwinden und eine weitgreifende Intervention zu realisieren, führte zur Idee, Themenbereiche wie Raum, Klang, Schulalltag und Prozesshaftigkeit zu verbinden.

2. Idee

2.1. Technische Voraussetzungen
Kernstück unserer Intervention ist eine programmierbare Klanganlage in den Gängen des Schulhauses, die primär die Funktion der Schulglocke hat. Die technische Installation richtet sich nach den architektonischen Eigenarten des Gebäudes, indem pro Stockwerk 3 Lautsprecher in den neuen Kabelkanälen platziert werden, je 1 Lautsprecher aussen an den Schenkeln und im Eckpunkt des L-förmigen Ganges. Diese Anordnung der Lautsprecher erlaubt eine Wanderung des Klangs im Raum und ermöglicht in den Gängen eine neue Raumerfahrung. Für die Turnhalle und den Aussenbereich wird vorerst auf eine dreidimensionale Klangerzeugung verzichtet.

2.2. Einbezug der Schüler/innen und Lehrkräfte
Einmal pro Jahr, beispielsweise während einer thematischen Blockwoche zu Beginn des Schuljahres, erzeugen die Schüler/innen zusammen mit den Lehrer/innen neue Tonlogos / Klänge / Pausenzeichen, welche anschliessend in die Klanganlage geladen werden.

2.3. Thematische Ausdehnung, Nachhaltigkeit
Neben den Fächern Musik und Informatik, die zur Erzeugung eines neuen Tonlogos unmittelbar betroffen sind, ist eine Ausdehnung auf weitere Fächer denk- und wünschbar. Als Stichworte seien erwähnt:

• Physikalische Aspekte von Tönen und Geräuschen (Frequenzen, Grundrauschen, usw.)

• Definition des Raumes durch Klang und umgekehrt (Echo)

• Menschliche Wahrnehmung von Geräuschen, Klängen, Lärm (Anatomie)

• Empfindung von Geräuschen, Klängen, Lärm, Musik (Psychologie)

• Strukturierung von (Lebens)zeit durch die Pausenzeichen, Turmuhren, Wecker (Orientierung, Sinnstiftung?), philosophische Fragen zum Thema Zeit)

• Bedeutungen der Schulglocke (Schulbeginn und -ende, Pausenanfang und -ende), Symbolgehalt von Signalen, Tönen (Schiffssirenen, Martinshorn, Posthorn usw.)

• Gestalterische Aspekte wie Rhythmus, Lautstärke, Tonhöhe, Tonfolge, Bewegung des Klangs

3. Umsetzung

Wir stellen der Lehrerschaft Grundlagenmaterial zur Realisierung der thematischen Ausdehnung (2.3.) bereit, ohne jedoch in didaktische und methodische Berufsbereiche einzugreifen oder einzelne Lehrkräfte zu ungewollter Aktivität zu nötigen. Wir sehen unsere Aufgabe in erster Linie darin, künstlerische Aspekte und Arbeitsweisen in die Schule zu tragen sowie thematische Ausweitungen und fächerübergreifende Verbindungen zu suchen.

Nach der Einführungs- und Diskussionsphase mit unserer Beteiligung erhoffen wir uns das Entstehen einer Art verselbständigter Schulhaustradition, die auch identitätsstiftend sein kann. Etwa im Sinn von: «Ich gehe dort in die Schule wo man die Pausenzeichen selber gestalten darf». Es ist wahrscheinlich, dass im Schulhaus Diskussionen über die Qualität der Tonlogos und über Möglichkeiten und Grenzen demokratischer Prozesse geführt werden. Bei den jüngeren Schüler/innen, welche noch nicht direkt in die Produktion der Tonlogos einbezogen sind, kann eine ungeduldige Erwartung auf den Tag hin entstehen, da sie selber Pausenzeichen gestalten werden. Diese Erwartung könnte genutzt werden, indem die Thematik (2.3.) in stufengerechter Form bereits in den unteren Klassen angedeutet würde.

Befürchtungen der Lehrerschaft, mit zusätzlicher Arbeit überhäuft zu werden, steht die Freiwilligkeit entgegen aber auch die Tatsache, dass viele der erwähnten Inhalte ohnehin vermittelt werden.

Zentral scheint uns das Prozesshafte und der kooperative Charakter unserer Idee. Veränderungen und Anpassungen können laufend vorgenommen werden. Die «Klanginstallation» entwickelt sich mit der Zeit (dem Zeitgeist?) und mit der Interessenlage von Schüler/innen und Lehrer/innen.

Wir stellen der Lehrerschaft Grundlagenmaterial zur Realisierung der thematischen Ausdehnung (2.3.) bereit, ohne jedoch in didaktische und methodische Berufsbereiche einzugreifen oder einzelne Lehrkräfte zu ungewollter Aktivität zu nötigen. Wir sehen unsere Aufgabe in erster Linie darin, künstlerische Aspekte und Arbeitsweisen in die Schule zu tragen sowie thematische Ausweitungen und fächerübergreifende Verbindungen zu suchen.

Nach der Einführungs- und Diskussionsphase mit unserer Beteiligung erhoffen wir uns das Entstehen einer Art verselbständigter Schulhaustradition, die auch identitätsstiftend sein kann. Etwa im Sinn von: «Ich gehe dort in die Schule wo man die Pausenzeichen selber gestalten darf». Es ist wahrscheinlich, dass im Schulhaus Diskussionen über die Qualität der Tonlogos und über Möglichkeiten und Grenzen demokratischer Prozesse geführt werden. Bei den jüngeren Schüler/innen, welche noch nicht direkt in die Produktion der Tonlogos einbezogen sind, kann eine ungeduldige Erwartung auf den Tag hin entstehen, da sie selber Pausenzeichen gestalten werden. Diese Erwartung könnte genutzt werden, indem die Thematik (2.3.) in stufengerechter Form bereits in den unteren Klassen angedeutet würde.

Befürchtungen der Lehrerschaft, mit zusätzlicher Arbeit überhäuft zu werden, steht die Freiwilligkeit entgegen aber auch die Tatsache, dass viele der erwähnten Inhalte ohnehin vermittelt werden.

Zentral scheint uns das Prozesshafte und der kooperative Charakter unserer Idee. Veränderungen und Anpassungen können laufend vorgenommen werden. Die «Klanginstallation» entwickelt sich mit der Zeit (dem Zeitgeist?) und mit der Interessenlage von Schüler/innen und Lehrer/innen.

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